Kreidezähne - wenn die bleibenden Zähne Ihres Kindes bröckeln
Welche Symptome deuten auf diese Schmelzbildungsstörung hin und worauf ist bei der Zahnpflege zu achten?
Sofern die Zähne gesund sind, ist Zahnschmelz das härteste Material im menschlichen Körper. Bei Kreidezähnen hingegen ist dies nicht der Fall. Der Zahnschmelz ist porös und kann sogar einbrechen. In der Fachsprache wird dies als Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) bezeichnet.
Was sind Kreidezähne?
Bei Kreidezähnen handelt es sich um eine Schmelzbildungsstörung. Der Zahnschmelz ist nicht ausreichend mineralisiert, weshalb er nicht richtig aushärtet. Die betroffenen Zähne sind deshalb weniger hart und poröser als gesunde Zähne.
Betroffen sind meist die ersten bleibenden Backenzähne und zwar bereits beim Zahndurchbruch. Auch die Frontzähne können betroffen sein. Selten tritt MIH bereits beim Durchbruch der Milchzähne auf.
Bislang ist es nicht möglich, die Erkrankung zu heilen. Die Zähne bleiben also ein Leben lang betroffen. Sie sind anfällig für Karies und oftmals sehr empfindlich. Fachleute gehen davon aus, dass mindestens 10 bis 15 Prozent der Schulkinder Kreidezähne haben.
Welche Symptome treten bei MIH auf?
Kreidezähne können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die folgenden Symptome deuten darauf hin:
deutlich abgegrenzte weissliche, gelbliche oder bräunliche Flecken auf den Zähnen, insbesondere auf den Backenzähnen, möglicherweise aber auch auf den Frontzähnen
Rillen oder Furchen im Zahnschmelz
abgesplitterter und poröser Zahnschmelz
brüchige Stellen
fehlende Zahnhöcker, möglicherweise bereits beim Zahndurchbruch
Beim Zähneputzen machen sich oft Schmerzen bemerkbar. Zudem können die Zähne stark kälte- und wärmeempfindlich sein.
Wodurch werden Kreidezähne verursacht?
Die Ursachen für Kreidezähne sind noch nicht bekannt. Im Verdacht stehen verschiedene Möglichkeiten, die jedoch alle nicht ausreichend durch wissenschaftliche Studien belegt sind.
In Betracht gezogen werden beispielsweise Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft oder Geburtskomplikationen. Als weitere mögliche Ursachen werden frühe Antibiotikagaben oder Erkrankungen des Kindes in den ersten vier Lebensjahren (hohes Fieber, Bronchitis, Asthma, Masern oder Windpocken) gesehen. Auch ein Mangel an Vitamin D während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensjahren steht zur Diskussion. Weichmacher in Kunststoffen (Bisphenol A) und Dioxin gelten ebenfalls als mögliche Verursacher.
Die fehlende Kenntnis über die Ursachen führt dazu, dass bislang nicht bekannt ist, wie Kreidezähne verhindert werden können. Obschon eine gute Mundhygiene natürlich stets empfehlenswert ist - Kreidezähnen kann man damit nicht vorbeugen.
Worauf ist bei der Zahnpflege zu achten?
Aufgrund der Schmerzen kann es schwierig sein, ein Kind zum regelmässigen Zähneputzen zu bewegen. Wegen der erhöhten Kariesanfälligkeit sollten Sie jedoch unbedingt dranbleiben. Eine lebenslange Kariesprophylaxe ist zentral.
Am besten werden die Zähne mit einer weichen Zahnbürste gründlich gereinigt. Bis zum Alter von ca. 8 Jahren sollten Sie überprüfen, ob die Zähne sauber geputzt sind und bei Bedarf nachputzen. Auch eine zuckerarme Ernährung und der Verzicht auf Süssgetränke helfen, Karies vorzubeugen.
Häufige zahnärztliche Kontrollen sind bei Kreidezähnen besonders wichtig. Um die betroffenen Zähne zu schützen, werden sie regelmässig mit einem Fluoridlack behandelt. Besprechen Sie mit der Zahnärztin, ob für die Zahnpflege zu Hause eine fluoridhaltige Zahnspülung für Kinder oder das wöchentliche Zähneputzen mit einem Fluoridgel sinnvoll wären. Lassen Sie sich zudem beraten, welche Zahnpaste am besten geeignet ist.
Wie werden Kreidezähne behandelt?
Die Behandlung richtet sich danach, wie stark die Zähne betroffen sind. Solange die Ausprägung noch nicht sehr stark ist und keine Karies vorliegt, werden die Zähne versiegelt. Bei grösseren Schäden wird mit Füllungen und Kronen gearbeitet, um weitere Beschädigungen zu verhindern, die Zähne zu erhalten und die Schmerzempfindlichkeit zu reduzieren. In schweren Fällen kann es nötig sein, einen Zahn zu ziehen und die entstandene Lücke mit einem Implantat zu schliessen.