Wackelnde Milchzähne

Wie der Zahnwechsel abläuft, welche Probleme auftreten können und worauf bei der Zahnpflege zu achten ist.

Lachendes rothaariges Kind mit einer Zahnlücke bei den Schneidezähnen
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Die meisten Kinder präsentieren ihren ersten ausgefallenen Zahn voller Stolz - erst recht, wenn ihnen die Zahnfee dafür eine kleine Überraschung unters Kopfkissen legt. Doch die Zeit des Zahnwechsels kann auch die eine oder andere Herausforderung mit sich bringen.

Wann beginnen die Zähne zu wackeln?


Der Zahnwechsel beginnt mit dem Durchbruch der ersten grossen Backenzähne (Sechsjahresmolaren). Diese brechen etwa im Alter von sechs Jahren durch, ohne dass zuvor ein Milchzahn weichen muss. Der Durchbruch vollzieht sich deshalb meist völlig beschwerdefrei und vielleicht sogar unbemerkt

Im Alter von sechs bis acht Jahren beginnen sich die Wurzeln der Schneidezähne im Unter- und Oberkiefer aufzulösen, die Zähne fangen nach und nach an zu wackeln und fallen aus. Neben den noch vorhandenen Milchzähnen wirken die nachwachsenden bleibenden Zähne unnatürlich gross.

Im Alter von zehn bis zwölf Jahren fallen die kleinen Backen- und Eckzähne aus. Schliesslich brechen auch die zweiten grossen Backenzähne (Zwölfjahresmolaren) durch. Das Gebiss hat nun 28 bleibende Zähne. Sofern sie im Kiefer angelegt sind, erscheinen ab dem Alter von ca. 17 Jahren die Weisheitszähne. 

Der Zahnwechsel vollzieht sich nicht immer im gleichen Tempo. Ein Kind, das spät zu zahnen begonnen hat, verliert unter Umständen auch die Milchzähne etwas später. Die Reihenfolge, in der die Zähne ausfallen, ist jedoch meistens gleich.

Welche Beschwerden treten beim Zahnwechsel auf?


Wenn die bleibenden Zähne kommen, verursacht dies in der Regel keine Schmerzen. Insbesondere während des Wechsels der Schneidezähne kann aber das Beissen Probleme bereiten. Wenn der Zahn sich allmählich vom Zahnfleisch löst, kann es auch mal bluten.

Im Falle eines erschwerten Zahnwechsels kann das Zahnfleisch anschwellen oder sich entzünden. Obschon dies Schmerzen verursacht, ist es weiterhin wichtig, die Zähne sanft, aber gründlich zu reinigen. Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, was Sie tun können, um die Beschwerden Ihres Kindes zu lindern. 

Muss man wackelnde Milchzähne entfernen?


Auch wenn es zuweilen etwas Geduld braucht - in der Regel fallen die Milchzähne ohne die Hilfe der Eltern aus. Einen Faden drum zu binden und die Tür zuzuknallen, ist deshalb nicht nötig. Ist der Zahn sehr wackelig, können Sie ihn mit einem Papiertaschentuch fassen und sanft herausdrehen. Tun Sie dies jedoch nur, wenn Ihr Kind dies möchte. 

Worauf achten bei der Zahnpflege?


In den ersten zwei Jahren nach dem Durchbruch sind die bleibenden Zähne anfälliger für Karies. Dies, weil der Zahnschmelz noch nicht voll ausgehärtet ist und die Zähne noch nicht ausreichend mineralisiert sind. Deshalb ist eine gute Zahnpflege jetzt besonders wichtig. Ab dem Alter von sechs Jahren sollte dazu eine Junior-Zahnpasta mit 1000 bis 1500 ppm (0,1 bis 0,15 %) Fluorid verwendet werden. 

Während des Zahnwechsels können sich Zahnbeläge leichter ansammeln, z. B. zwischen einem wackelnden Milchzahn und einem bereits vorhandenen bleibenden Zahn. Wackeln viele Zähne gleichzeitig, kann es zudem schwierig sein, die Zähne gründlich zu putzen. Auch der erste grosse Backenzahn bekommt zuweilen nicht ausreichend Pflege ab, weil er unbemerkt durchgebrochen ist. Kontrollieren Sie bis zum Alter von acht bis neun Jahren, ob Ihr Kind die Zähne sauber gereinigt hat und putzen Sie bei Bedarf nach

Wann ist ein Zahnarztbesuch nötig?


Normalerweise verläuft der Zahnwechsel völlig unproblematisch. In folgenden Fällen sollten Sie sich jedoch an Ihre Zahnärztin wenden:

  • Wenn ein Milchzahn partout nicht ausfallen will. Es kann sein, dass sich dessen Wurzel nicht aufgelöst hat oder dass der bleibende Zahn im Kiefer nicht angelegt ist.

  • Wenn ein Milchzahn nicht wackelt, obschon der bleibende Zahn bereits erscheint. Lockert sich der Milchzahn nicht von selbst, muss er gezogen werden, weil sonst der bleibende Zahn nicht in der richtigen Position wachsen kann. Zudem sammelt sich zwischen den beiden Zähnen gerne Schmutz an, der nur schwer beseitigt werden kann. Dadurch steigt das Risiko, dass der bleibende Zahn bereits von Karies befallen wird. 

  • Wenn ein Milchzahn deutlich früher ausfällt, als zu erwarten wäre, z. B. durch einen Unfall. Die dadurch entstandene Zahnlücke kann beim Kauen stören, die Entwicklung des Gebisses beeinträchtigen und zu Zahnfehlstellungen führen. 

  • Wenn sich auf den bleibenden Backen- oder Schneidezähnen deutlich abgegrenzte weissliche, gelbliche oder bräunliche Flecken zeigen. Dies kann ein Hinweis auf Kreidezähne sein. 

Häufige Fragen zum Thema

Die erste Hilfe: Einen nassen Waschlappen zum Draufbeissen geben, um die eventuelle Blutung zu stillen und die Wunde zu kühlen. Dann sollten Sie versuchen, den Zahn zu finden! Ein bleibender Zahn sollte im Mund (Vorsicht vor Verschlucken!) oder in kalter Milch transportiert werden. Das verzögert se…
Letzte Aktualisierung: 27.03.2025, TV