Ihr Baby in der 5. Schwangerschaftswoche
Wie sich der noch winzig kleine Embryo in dieser Woche entwickelt und warum dies eine sehr sensible Phase ist.
In der 5. Schwangerschaftswoche misst der Embryo nur wenige Millimeter und sein winziger Körper ist durchsichtig und sehr weich.
Die Entwicklung des zentralen Nervensystems
Als wichtigste Struktur wird sich jetzt das zentrale Nervensystem entwickeln: Die Neuralrinne schliesst sich zum Neuralrohr, aus dem später Gehirn und das Rückenmark entstehen. Eine Störung oder Schädigung in dieser Phase kann zu einer Fehlbildung, einem sogenannten Neuralrohrdefekt, führen. Vor allem ein Mangel an Folsäure begünstig die Bildung eines Neuralrohrdefektes.
Durch die Einnahme eines Folsäure-Präparates kann das Risiko für Neuralrohrdefekte deutlich gesenkt werden. Aus diesem Grund ist die Einnahme von Folsäure bereits bei Kinderwunsch sehr sinvoll.
Ihr Baby ist jetzt so gross wie ein Sesamkorn
- 3. Woche nach der Befruchtung
- 15. – 21. Tag der Embryonalentwicklung
- Länge des Embryos: 2 mm am 21. Tag (Ende der 5. Woche)
Das Herz schlägt
Die Entwicklung der Knochen, Muskeln, aber vor allem der grossen Blutgefässe und des Blutes hat begonnen. Am 19. Tag nach der Befruchtung bilden sich zwei Herzschläuche, etwa am 22. Lebenstag des Embryos ziehen sich diese zusammen und beginnen zu schlagen.
Das embryonale Herz ist bereits in diesem frühen Stadium zweigeteilt: Die rechte Kammer empfängt das verbrauchte Blut aus den Organen, die linke leitet das mit Sauerstoff angereicherte Blut in die Organe zurück. Einige dieser winzigen Blutgefässe bilden die Verbindung zwischen Embryo und Plazenta, die spätere Nabelschnur.
Im Gegensatz zum späteren Leben erfolgt der Sauerstoffaustausch nicht über die Lungen, sondern über die Plazenta. Auch viele andere wichtige Nährstoffe werden so zum Embryo transportiert. Umgekehrt werden die Abfallstoffe abtransportiert, damit sie von der Mutter ausgeschieden werden können.
Empfindliche Entwicklungsphase
Der Embryo ist ab jetzt - von der 5. bis zur 12. Schwangerschaftswoche - in einer höchst empfindlichen Entwicklungsphase, denn die Organe werden gebildet und eine Schädigung, die jetzt entsteht, kann bleibend sein.
Machen Sie sich aber keine Sorgen über die letzten zwei Wochen, als Sie noch nicht wussten, dass Sie schwanger sind! In dieser Zeit der Embryonalentwicklung gilt die sogenannte "Alles-oder-Nichts-Regel". Schädigende Einflüsse führen in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung entweder zu einer sehr frühen Fehlgeburt oder der Embryo entwickelt sich normal und ungestört weiter.
Der Grund dafür ist, dass Zelle in diesem frühen Stadium mehrere unterschiedliche Aufgaben übernehmen können. Mögliche Schädigungen können damit noch ausgeglichen werden. Und schädliche Stoffe (zum Beispiel Alkohol) können dem Embryo erst schaden, wenn eine stabile Kreislaufverbindung zwischen Mutter und Kind besteht.