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                              Das Sehen - die Entwicklung der optischen Wahrnehmung

                              Wie sich die Sehkraft von Babys entwickelt und ab wann sie was wahrnehmen können.

                              Neugeborenes sieht die Mutter an
                              ©
                              iStock

                              Alle 5 Sinne sind überlebenswichtig, aber der Sehsinn liefert mit rund 80 Prozent aller Informationen, die wir aus dem Umfeld erhalten, am meisten Hinweise.

                              Wie das Sehen funktioniert


                              Um zu sehen, braucht es die Augen und das Nervensystem inklusive Gehirn. Im Grunde genommen sehen wir Gegenstände nur, weil sie Lichtstrahlen zurückwerfen und diese durch die Binde- und Hornhaut, durch die Pupille und die Linse schlussendlich auf die Netzhaut treffen. Dort wird das Licht in einem komplexen System als Farbe, Schärfe und Helligkeit gesammelt. Diese Informationen werden über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet, welches daraus Bilder erstellt.

                              Anatomie Auge
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                              Shutterstock
                              Retina = Netzhaut, Optical Nerve = Sehnerv

                              Wie sich das Sehvermögen entwickelt


                              Bereits im Bauch der Mutter können Ungeborene optisch etwas wahrnehmen. Ab dem 7. Schwangerschaftsmonat sind die Augen nämlich so weit entwickelt, dass sie hell und dunkel unterscheiden können.

                              Das Sehen ist aber der einzige Sinn, der bei der Geburt noch nicht vollständig entwickelt ist. Der Grund dafür ist, dass die Netzhaut, der Sehnerv und das Gehirn erst in den ersten Lebensmonaten reifen. Auch muss die Augenmuskulatur lernen, die Bewegung beider Augen zu koordinieren. So lange sie dies noch nicht kann - ungefähr 6 Wochen -, beobachtet man bei Neugeborenen oft, dass sie gelegentlich schielen.

                              Neugeborene Babys können bis auf einen Abstand von ungefähr 20 Zentimeter ziemlich scharf sehen. Dies entspricht etwa der Entfernung, mit der Eltern ein Baby im Arm halten.

                              • Mit zwei Monaten kann es Muster und Kontraste (schwarz/weiss) wahrnehmen. 

                              • Im Alter von drei bis vier Monaten sieht es starke Farben wie rot und blau und später dann auch Farbabstufungen. Die Entfernung, in der es scharf sehen kann, erweitert sich auf ungefähr 25 Zentimeter.

                              • Mit etwa fünf Monaten arbeiten die beiden Augen dann so gut zusammen, dass das Baby dreidimensional sehen kann.

                              • Im Alter von 6 Monaten nimmt es auch weiter entfernte Gegenstände scharf wahr, sodass es gezielt danach greifen kann.

                              • Mit 8 Monaten ist die Wahrnehmung so weit entwickelt, dass es in der Lage ist, bekannte und unbekannte Gesichter voneinander zu unterscheiden.

                              • Mit einem Jahr kann ein Kind gut sehen und auch Dinge, die sich schnell bewegen, mit den Augen verfolgen.

                              Erst mit 3 bis 4 Jahren ist die Sehschärfe genau so stark wie bei einem Erwachsenen. Im Alter von ungefähr 8 bis 9 Jahren hat sich auch das Gesichtsfeld entwickelt. Damit ist der Bereich gemeint, den ein Kind mit beiden Augen gleichzeitig erfassen kann, ohne die Augen oder den Kopf zu bewegen. Gut zu beobachten ist dies zum Beispiel im Strassenverkehr.

                              Objektpermanenz - Die Bewusstwerdung von bleibenden Dingen


                              Nicht direkt mit der Sehleistung, aber mit der Wahrnehmung, haben die sogenannten Konstanzleistungen zu tun. Die Objektpermanenz (oder Objektkonstanz) beschreibt die Fähigkeit zu verstehen, dass eine Person oder ein Gegenstand weiterhin existiert, auch wenn sie oder er nicht (mehr) zu sehen ist. Ein gutes Beispiel dafür: Das Baby beginnt zu weinen, wenn die Mutter den Raum verlässt und es sie nicht mehr sieht.

                              Diese Fähigkeit entsteht im ersten Lebensjahr. Ein Baby unter 6 Monaten vergisst einen Gegenstand sofort, wenn es ihn nicht mehr sieht. Im Alter von sechs Monaten schaut ein Baby dann einem Gegenstand nach, wenn er zum Beispiel hinuntergefallen ist und zwei Monate später beginnt es nach versteckten Gegenständen zu suchen. Ab diesem Zeitpunkt erkennt es auch Gegenstände oder Personen auf Bildern, kann aber noch nicht verstehen, dass es nur ein Bild davon ist. Erst im Verlauf des zweiten Lebensjahres begreift ein Kind, dass ein Bild eigentlich nur ein Symbol für ein Gegenstand oder eine Person ist. 

                              Häufige Fragen zum Thema

                              Neugeborene können zwar hell und dunkel unterscheiden, in den ersten Lebenswochen ist ihre Welt allerdings eher in Schwarz/Weiss und in Grautönen gehalten. Ab dem zweiten und dritten Lebensmonat nehmen sie erste Farbfeinheiten war, mit 4 bis 5 Monaten können sie dann alle Farben sehen.
                              Der Sehsinn und die Fähigkeit eines Babys, Gegenstände oder Personen visuell wahrzunehmen brauchen sechs bis acht Monate, um sich zu entwickeln. Die Netzhaut, der Sehnerv und das Gehirn reifen nämlich erst in den ersten Lebensmonaten. Erst wenn Ihr Kind den ersten Geburtstag feiert, wird es gut …
                              Es stimmt nicht, dass der Blitz eines Fotoapparates die Netzhaut des Babys schädigt. Die Dauer des Blitzes ist zu kurz und die Lichtstärke zu schwach, um einen Schaden am Auge anzurichten.  
                              Letzte Aktualisierung: 19.01.2026, KM