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Fra­gen zum Mut­ter­schafts­ur­laub

Mutter mit Baby im Videocall
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GettyImages

Beim Be­zug des Mut­ter­schafts­ur­lau­bes kom­men oft prak­ti­sche Fra­gen auf. Hier fin­den Sie Ant­wor­ten.

Ist ein Vor­be­zug des Mut­ter­schafts­ur­laubs mög­lich?


Nein. Die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über den Mut­ter­schafts­ur­laub sind zwin­gend, und der Mut­ter­schafts­ur­laub be­ginnt mit der Ge­burt des Kin­des. Es ist so­mit nicht er­laubt, ein­zel­ne Tage vor­zu­be­zie­hen.

Was ein­zig mög­lich ist, ist das Tag­geld der Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung spä­ter zu be­zie­hen. Die­ser Zah­lungs­auf­schub  ist er­laubt bei Früh­ge­bur­ten, falls ein Neu­ge­bo­re­nes min­des­tens 3 Wo­chen im Spi­tal ver­blei­ben muss. Durch den Zah­lungs­auf­schub kann es al­ler­dings zu ei­ner Ein­kom­mens­lü­cke bei der Mut­ter kom­men, da für die­se ein ab­so­lu­tes Ar­beits­ver­bot wäh­rend 8 Wo­chen gilt.

Auf­schub oder Ver­län­ge­rung des Mut­ter­schafts­ur­laubs


Das Er­werbs­er­satz­ge­setz (EOG) sah bis da­hin vor, dass der An­spruch auf die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung auf­ge­scho­ben wer­den konn­te, wenn das Neu­ge­bo­re­ne di­rekt nach der Ge­burt län­ger als drei Wo­chen im Spi­tal blei­ben muss. Al­ler­dings sah das EOG für die Dau­er des Spi­tal­auf­ent­halts des Neu­ge­bo­re­nen kei­nen Er­werbs­er­satz für die Mut­ter vor, und auch die Ma­xi­maldau­er des Auf­schubs war nicht ge­re­gelt.

Mit der Ge­set­zes­än­de­rung vom 1. Juli 2021 wur­de die Dau­er des An­spruchs auf Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung auf höchs­tens 56 Tage ver­län­gert, so­fern das Neu­ge­bo­re­ne di­rekt nach der Ge­burt für min­des­tens zwei Wo­chen im Spi­tal ver­blei­ben muss. Auf die Ver­län­ge­rung ha­ben nur Müt­ter An­spruch, die nach dem Mut­ter­schafts­ur­laub wie­der er­werbs­tä­tig sind. Mit die­ser Mass­nah­me kann der Lohn­aus­fall in rund 80 Pro­zent der Fäl­le, in de­nen ein Neu­ge­bo­re­nes län­ger im Spi­tal blei­ben muss, ent­schä­digt und das acht­wö­chi­ge Ar­beits­ver­bot nach der Ge­burt ab­ge­deckt wer­den.

Darf der Ar­beit­ge­ber den Mut­ter­schafts­ur­laub kür­zen?


Nein. Die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über den Mut­ter­schafts­ur­laub sind zwin­gend, und der Mut­ter­schaft­ur­laub darf von Ih­rem Ar­beit­ge­ber nicht ge­kürzt wer­den, aus wel­chem Grund auch im­mer.

Nach dem ab­so­lu­ten Ar­beits­ver­bot von 8 Wo­chen nach der Ge­burt dür­fen Sie je­doch vor­zei­tig die Ar­beit wie­der auf­neh­men, falls Sie dies wün­schen. Be­ach­ten Sie je­doch, dass Sie dann Ih­ren An­spruch auf das Tag­geld aus der Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung ver­lie­ren.

Ist eine Kür­zung der Fe­ri­en er­laubt?


Dür­fen die Fe­ri­en we­gen Schwan­ger­schaft oder Be­zug des Mut­ter­schafts­ur­lau­bes ge­kürzt wer­den? Das Ge­setz gibt hier kla­re Ant­wor­ten:

  • Ja: We­gen Schwan­ger­schaft dür­fen vom Ar­beit­ge­ber die Fe­ri­en nur dann ge­kürzt wer­den, wenn eine Ar­beit­neh­me­rin län­ger als 2 Mo­na­ten an der Ar­beits­leis­tung ver­hin­dert ist (Art. 329b Abs. 3 OR). Ab dem drit­ten vol­len Mo­nat Ab­we­sen­heit und für je­den wei­te­ren vol­len Mo­nat kann der Ar­beit­ge­ber die Fe­ri­en im glei­chen Ka­len­der­jahr um je 1/12 kür­zen.

  • Nein: Das Ge­setz er­wähnt aus­drück­lich nur die "Schwan­ger­schaft" als Kür­zungs­grund. Der Fe­ri­en­an­spruch darf des­halb nicht ge­kürzt wer­den, wenn der Mut­ter­schafts­ur­laub (Art. 329f OR) be­zo­gen wird.

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Letzte Aktualisierung: 21.03.2022, CF/NK/JL

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