Anzeige

Tipps für den Kin­der­arzt­be­such

So ver­läuft der Ter­min in der Kin­der­arzt­pra­xis mög­lichst stress- und angst­frei.

Eltern mit zwei Kindern beim Kinderarzt
©
GettyImages

Ärz­tin­nen, Ärz­te und das Pra­xis­team un­ter­neh­men viel, da­mit sich die klei­nen Pa­ti­en­ten gut auf­ge­ho­ben füh­len. Den­noch se­hen Kin­der und viel­leicht auch El­tern den Un­ter­su­chun­gen und dem Imp­fen zu­wei­len mit Ban­gen ent­ge­gen. Mit gu­ter Vor­be­rei­tung ge­lingt es bes­ser, die Sa­che ent­spannt an­zu­ge­hen. 

Stress­frei zum Arzt­ter­min


We­der Ihr Kind noch sie kön­nen Hek­tik ge­brau­chen, wenn ein Ter­min bei der Kin­der­ärz­tin an­steht. Pla­nen Sie dar­um vor und nach dem Arzt­be­such ge­nü­gend Zeit ein. So kön­nen Sie in al­ler Ruhe al­les Nö­ti­ge be­reit­le­gen und ohne Zeit­druck in die Pra­xis fah­ren. Und Sie ge­ra­ten auch nicht in Stress, wenn Sie mal et­was län­ger war­ten müs­sen. No­tie­ren Sie sich zu Hau­se die Fra­gen und Be­ob­ach­tun­gen, die Sie be­spre­chen möch­ten, da­mit Ih­nen nicht erst auf dem Heim­weg wie­der ein­fällt, was Sie ei­gent­lich wis­sen woll­ten. Zu­dem soll­ten Sie al­les be­reit­le­gen, was Sie brau­chen wer­den:

  • Ge­sund­heits­büch­lein und Impf­aus­weis

  • Er­satz­klei­dung und Win­deln

  • Et­was zum Trös­ten und / oder Ab­len­ken für Ihr Kind, z. B. ein Ku­schel­tier, ein klei­nes Spiel­zeug oder ein Bil­der­buch. Die meis­ten Kin­der­arzt­pra­xen sind zwar bes­tens aus­ge­rüs­tet mit sol­chen Din­gen. In ei­ner frem­den Um­ge­bung sind je­doch vie­le Ba­bys und Klein­kin­der froh um et­was Ver­trau­tes, das ih­nen Si­cher­heit gibt. 

  • Stift und No­tiz­pa­pier, da­mit Sie sich auf­schrei­ben kön­nen, was Ih­nen zur Be­hand­lung des Kin­des ge­ra­ten wird. 

  • Evtl. Ge­trän­ke und Snacks für den Heim­weg

Zie­hen Sie Ih­rem Kind Klei­der an, die sich leicht an- und aus­zie­hen las­sen. Falls eine Imp­fung an­steht, ist für Ba­bys eine Hose mit Gum­mi­zug ide­al, da die Sprit­ze in den Ober­schen­kel ver­ab­reicht wird. Grös­se­re Kin­der soll­ten zum Imp­fen den Ober­arm frei­ma­chen kön­nen, ohne sich aus­zie­hen zu müs­sen. Ein Ober­teil mit kur­zen oder wei­ten Är­meln ist da­her emp­feh­lens­wert. 

Be­rei­ten Sie Ihr Kind sei­nem Al­ter ent­spre­chend auf die Un­ter­su­chun­gen vor. Er­klä­ren Sie ihm, was der Kin­der­arzt un­ter­su­chen wird und war­um dies wich­tig ist. Falls es eine Sprit­ze be­kom­men soll, sa­gen Sie ihm of­fen und ehr­lich, dass dies ein we­nig schmerz­haft sein könn­te, dass Sie ihm aber hel­fen wer­den, die Si­tua­ti­on gut zu über­ste­hen. Ver­spre­chen Sie näm­lich, dass es "über­haupt nicht weh­tun wird", ver­liert es das Ver­trau­en in Ihre Zu­si­che­run­gen, wen­n's dann eben doch schmerzt. Ver­zich­ten Sie auch auf Zu­si­che­run­gen wie "Heu­te be­kommst du ganz be­stimmt kei­nen Piks". Falls die Kin­der­ärz­tin näm­lich si­cher­heits­hal­ber doch eine Blut­pro­be nimmt, fühlt sich das Kind ver­schau­kelt.  

Wel­che In­for­ma­tio­nen sind für die Arzt­pra­xis wich­tig?


Bei Rou­ti­ne­un­ter­su­chun­gen braucht das Pra­xis­team in der Re­gel kei­ne vor­gän­gi­gen In­for­ma­tio­nen. Liegt eine aku­te Er­kran­kung vor, gibt es je­doch ei­ni­ge Punk­te, die Sie bei der Ter­min­ver­ein­ba­rung an­spre­chen soll­ten:

  • Bei ei­ner ver­mut­lich an­ste­cken­den Krank­heit (Kin­der­krank­heit) soll­ten Sie dies vor­her an­mel­den. Die Pra­xis­as­sis­ten­tin wird Ih­nen dann sa­gen, was Sie zu tun ha­ben, um an­de­re Kin­der im War­te­zim­mer nicht an­zu­ste­cken.

  • Bei star­ken Schmer­zen kün­di­gen Sie an, dass Sie mit ei­nem evtl. schrei­en­den Kind kom­men und fra­gen Sie nach der un­ge­fäh­ren War­te­zeit.

  • Hat Ihr Kind Durch­fall, er­kun­di­gen Sie sich, ob Sie die letz­te Stuhl­win­del mit­brin­gen sol­len. 

Wenn Ihr Kind krank ist, ha­ben Sie mög­li­cher­wei­se schon ei­ni­ge all­zu kur­ze Näch­te hin­ter sich. Dann ist es zu­wei­len be­son­ders schwie­rig, al­les Wich­ti­ge im Kopf zu be­hal­ten. No­tie­ren Sie sich des­halb zu Hau­se, wie die Krank­heit bis­her ver­lief: Seit wann hat es Sym­pto­me wie Mü­dig­keit, Ap­pe­tit­lo­sig­keit oder Fie­ber? Wie hoch war das Fie­ber mor­gens, mit­tags und abends? Hat es Me­di­ka­men­te be­kom­men und wenn ja, wel­che? Etc. 

Dos and Don'ts beim Kin­der­arzt­be­such


Wenn es um die Ge­sund­heit des ei­ge­nen Kin­des geht, lie­gen die Ner­ven bei den meis­ten El­tern blank. Sich an die Ge­pflo­gen­hei­ten des gu­ten Zu­sam­men­le­bens zu hal­ten, ist dann nicht im­mer ein­fach. Das ist zwar ver­ständ­lich, aber nicht hilf­reich an ei­nem Ort, wo ein täg­li­ches Kom­men und Ge­hen von kran­ken und ge­sun­den Kin­dern mit ih­ren mehr oder we­ni­ger be­sorg­ten El­tern herrscht. Da­mit die Ärz­tin­nen und Ärz­te mit ih­rem Pra­xis­team den ganz un­ter­schied­li­chen Be­dürf­nis­sen der klei­nen Pa­ti­en­ten ge­recht wer­den kön­nen, soll­ten Sie Ih­ren Bei­trag zu ei­nem mög­lichst rei­bungs­lo­sen Ab­lauf leis­ten: 

Er­schei­nen Sie pünkt­lich zum Ter­min

Zwar las­sen sich län­ge­re War­te­zei­ten in ei­ner Pra­xis, in der Not­fäl­le be­han­delt wer­den, nicht im­mer ver­mei­den. Wenn Sie je­doch ein­fach mal "vor­sorg­lich" zu spät kom­men, da­mit Sie nicht all­zu lan­ge im War­te­zim­mer sit­zen müs­sen, brin­gen Sie da­mit den Ta­ges­plan ganz schön durch­ein­an­der.

Drän­gen Sie sich nicht vor

Es mag in Ih­ren Au­gen un­fair er­schei­nen, dass eine Fa­mi­lie, die nach Ih­nen an­ge­kom­men ist, vor Ih­nen dran­kommt. In der Re­gel gibt es je­doch ei­nen trif­ti­gen Grund da­für. Und falls Sie tat­säch­lich mal den Ein­druck ha­ben, man hät­te Ihr Kind ver­ges­sen: Fra­gen Sie freund­lich nach - die meis­ten Feh­ler pas­sie­ren nicht aus Bös­ar­tig­keit. 

Blei­ben Sie beim ur­sprüng­li­chen An­lie­gen

Wenn Sie beim Arzt sind, weil Ihr Kind seit ei­ner Wo­che hart­nä­ckig hus­tet, reicht das re­ser­vier­te Zeit­fens­ter nicht, um gleich noch sei­ne Ein­schlaf­schwie­rig­kei­ten und Ihre Fra­gen zur Sprach­ent­wick­lung zu the­ma­ti­sie­ren. Sie dür­fen aber selbst­ver­ständ­lich fra­gen, ob Sie da­für ei­nen zu­sätz­li­chen Ter­min ver­ein­ba­ren sol­len oder ob die­se The­men bis zur nächs­ten Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen war­ten kön­nen. 

Es­sen und Trin­ken: We­der im War­te­zim­mer noch in den Be­hand­lungs­räu­men

Dies ist aus hy­gie­ni­schen Grün­den un­an­ge­bracht und das Pra­xis­team hat Wich­ti­ge­res zu tun, als Krü­mel und Saft­fle­cken auf­zu­wi­schen. 

For­dern Sie Be­loh­nun­gen nicht ein

In vie­len Pra­xen be­kom­men Kin­der nach der über­stan­de­nen Un­ter­su­chung eine Klei­nig­keit ge­schenkt. Das Pra­xis­team ent­schei­det je­doch sel­ber, ob sich alle Kin­der et­was aus­su­chen dür­fen oder nur die­je­ni­gen, die eine be­son­ders gros­se Her­aus­for­de­rung zu be­stehen hat­ten. 

Wie füh­ren wir un­ser Kind ans The­ma her­an?


Kin­der ha­ben oft ein bren­nen­des In­ter­es­se an al­lem, was im Spi­tal oder in der Kin­der­arzt­pra­xis vor sich geht. Ent­spre­chend ger­ne lö­chern sie ihre El­tern mit Fra­gen. Die­se wie­der­um emp­fin­den zu­wei­len ein ge­wis­ses Un­be­ha­gen bei dem The­ma und wis­sen nicht so recht, was sie al­les er­klä­ren sol­len und was sie bes­ser un­er­wähnt las­sen. Zum Glück gibt es eine Fül­le von aus­ge­zeich­ne­ten Bil­der­bü­chern, in de­nen Kin­dern er­klärt wird, wie ein Be­such bei der Kin­der­ärz­tin oder im Kin­der­spi­tal ab­läuft und wel­che Un­ter­su­chun­gen wich­tig sind. Grös­se­re Kin­der schät­zen ei­nen Dok­tor­kof­fer, in dem sie al­les vor­fin­den, was sie brau­chen, um den Ted­dy ge­sund zu pfle­gen. Mit Spiel­fi­gu­ren und Ret­tungs­wa­gen spie­len sie ger­ne auf­re­gen­de Sze­nen aus dem Spi­tal­all­tag nach. 

Hilf­reich ist es zu­dem, wenn Ihr Kind nicht nur dann mit Ärz­ten zu tun hat, wenn es "ernst" gilt. So­fern die Mög­lich­keit be­steht, soll­te es dar­um auch mal da­bei sein dür­fen, wenn bei El­tern oder Ge­schwis­tern eine Un­ter­su­chung an­steht. So kann es die Din­ge be­ob­ach­ten, ohne selbst di­rekt da­von be­trof­fen zu sein. 

E-Book: Kin­der­ärzt­li­che Hin­wei­se für El­tern

Buchtipp

Ein kleiner Ratgeber für Eltern, Grosseltern und andere Betreuungspersonen von Neugeborenen, Babys und Kindern von Dr. med. Daniel Bracher. Link zum Download.

Was hilft, wenn das Kind Angst hat? 


Ängs­te las­sen sich nicht im­mer ver­mei­den - ob­schon Arzt­pra­xen mit kin­der­freund­li­cher Ein­rich­tung und ein­fühl­sa­mem Per­so­nal enorm viel tun, da­mit Kin­der den Arzt­ter­min nicht fürch­ten müs­sen. Sa­gen Sie Ih­rem Kind, dass es okay ist, wenn ihm mul­mig zu­mu­te ist und dass Trä­nen sein dür­fen. Er­zäh­len Sie ihm, wie Sie als Kind mit Angst­ge­füh­len um­ge­gan­gen sind und wie Sie es ge­schafft ha­ben, die­se zu über­win­den. Ei­nem ängst­li­chen Kind soll­ten Sie je­doch kei­ne Schau­er­ge­schich­ten von schwie­ri­gen Er­fah­run­gen er­zäh­len. Da­durch wer­den sei­ne Sor­gen nur noch grös­ser. 

Die Furcht lässt sich leich­ter über­win­den, wenn Sie den Arzt­be­such mit ei­nem Ri­tu­al ver­bin­den. Das Ro­si­nen­bröt­chen aus der Lieb­lings­bä­cke­rei, das es im­mer nach über­stan­de­ner Un­ter­su­chung be­kommt, hat schon so man­chem Kind ge­hol­fen, auf die Zäh­ne zu beis­sen. Eine sol­che Be­loh­nung soll­te je­doch nie­mals zum Druck­mit­tel wer­den, z. B., in­dem Sie sa­gen: "Wenn du weinst, be­kommst du nichts." Und na­tür­lich soll­te sie auch der Her­aus­for­de­rung an­ge­mes­sen sein. Ein rie­si­ges Ge­schenk, bloss weil das Kind bei der Imp­fung still­ge­hal­ten hat, wäre des Gu­ten zu viel. 

Falls Sie sel­ber schlech­te Er­fah­run­gen ge­macht ha­ben, fällt es Ih­nen mög­li­cher­wei­se schwer, die­se aus den Kin­der­arzt­be­su­chen Ih­res Kin­des her­aus­zu­hal­ten. Man­chen El­tern hilft es, die­sen Be­reich ganz an den an­de­ren El­tern­teil ab­zu­ge­ben. An­de­re hin­ge­gen ha­ben dann erst recht Mühe da­mit, Ver­trau­en zu fas­sen. In die­sem Fall ist es wich­tig, dass Sie ei­nen gu­ten Um­gang mit Ih­ren ei­ge­nen Ängs­ten fin­den. Sind Sie näm­lich im­mer an­ge­spannt, wenn ein Be­such bei der Kin­der­ärz­tin an­steht, färbt dies auch auf Ihr Kind ab

Ist der Artikel hilfreich?
Ist der Artikel hilfreich?
Letzte Aktualisierung: 17.08.2022, BH / TV

Mehr zum The­ma

Ak­tu­el­les

kurz&bündigkurz&bündig
8/30/2022
Kleines Kind betrachtet einen Pilz

Ra­dio­ak­ti­ve Pil­ze

Die Pilz­sai­son hat be­gon­nen, die Samm­ler strö­men aus. Doch in un­se­rem Nach­bar­land Deutsch­land wird ge­warnt: Wild­wach­sen…

Auch in­ter­es­sant

Neu­es­te Ar­ti­kel

Unsere Partner

Anzeige
Anzeige