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Rech­te und Pflich­ten des Va­ters

Vater mit Baby im Tragetuch
©
GettyImages

Nicht au­to­ma­tisch als Va­ter an­er­kannt


Sind die El­tern nicht mit­ein­an­der ver­hei­ra­tet, d.h. le­ben sie im Kon­ku­bi­nat oder von­ein­an­der un­ab­hän­gig (z.B. als al­lein­er­zie­hen­de Mut­ter), so ent­steht die recht­li­che Be­zie­hung zum Va­ter nicht au­to­ma­tisch. Grund­sätz­lich hat je­doch das Kind ein Recht dar­auf sei­nen Va­ter zu ken­nen („Je­des Kind hat zwei El­tern“).

Dies be­deu­tet, dass sich die Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de von Ge­set­zes we­gen ein­schal­ten muss, falls die Mut­ter nicht ver­hei­ra­tet ist und der Va­ter das Kind bis zur Ge­burt nicht an­er­kannt hat. Da in der Schweiz jede Ge­burt dem Zi­vil­stands­amt un­ter Nen­nung bei­der El­tern ge­mel­det wird, mel­det sich bei feh­len­dem Va­ter die Kin­des- oder Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de – je nach Wohn­ort – so­fort nach der Ge­burt oder spä­tes­tens nach 2-3 Mo­na­ten. Wenn nicht fest­ge­stellt wer­den kann, wer der Va­ter ist, er­hält das Kind au­to­ma­tisch ei­nen Bei­stand. Die Er­nen­nung ei­nes Bei­stan­des ist dann nicht not­wen­dig, wenn der Va­ter vor oder kurz nach der Ge­burt das Kind an­er­kennt.

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Durch die An­er­ken­nung der Va­ter­schaft vor dem Zi­vil­stands­be­am­ten wird das Ver­hält­nis zwi­schen Va­ter und Kind un­wi­der­ruf­lich be­grün­det. Dies hat zwei recht­li­che Kon­se­quen­zen:

  • Un­ter­halts­pflicht: Die Zah­lungs­pflicht wird bes­ten­falls durch ei­nen Un­ter­halts­ver­trag ge­re­gelt, der von der Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de ge­neh­migt wur­de. Da­durch wird der Va­ter un­ter­halts­pflich­tig und zwar bis zur Voll­jäh­rig­keit des Kin­des oder bis zum Ab­schluss sei­ner or­dent­li­chen Aus­bil­dung. Zu den Geld­zah­lun­gen kann er ge­richt­lich ver­pflich­tet wer­den, falls er sie nicht frei­wil­lig leis­tet. Auch ohne Un­ter­halts­ver­trag kann die le­di­ge Mut­ter vom Va­ter des Kin­des die Un­ter­halts­kos­ten wäh­rend 4 Wo­chen vor und 8 Wo­chen nach der Ge­burt gel­tend ma­chen (Art. 295 ZGB; An­sprü­che der un­ver­hei­ra­te­ten Mut­ter).

  • Erbrecht: Das Kind wird di­rek­ter Erbe des Va­ters und so­mit dem Va­ter ge­gen­über erb­be­rech­tigt, auch wenn er noch wei­te­re ehe­li­che Kin­der hat. Das Kind hat das glei­che Erbrecht wie sei­ne Halb­ge­schwis­ter. Vor­aus­set­zung ist al­ler­dings, dass der Va­ter die Va­ter­schaft an­er­kannt hat oder die­se durch ein Ge­richts­ur­teil fest­ge­legt wor­den ist.

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Letzte Aktualisierung: 21.04.2020, PvE / CF / NK

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