Vorbeugen von Allergien bei Kindern
Wenn Ihr Kind allergiegefährdet ist, können Sie es vor gewissen Einflüssen schützen. Einige veraltete Empfehlungen können Sie jedoch ausser Acht lassen.
Ein Drittel aller Kinder ist allergiegefährdet, auch wenn in der Familie keine Allergien vorkommen. Gewisse vorbeugende Massnahmen können dazu beitragen, Allergien zu vermeiden.
Wie Sie einer Allergie bei Ihrem Kind vorbeugen können
Die Entstehung und Ursachen von Allergien sind noch nicht komplett erforscht. Trotzdem gib es Empfehlungen, wie man zumindest versuchen kann, einer Allergie vorzubeugen:
Schützen Sie Ihr Kind vor Tabakrauch, denn Passivrauchen erhöht das Allergierisiko deutlich. Dies gilt bereits für die Mutter während der Schwangerschaft.
Achten Sie auf ein gesundes Gewicht Ihres Kindes. Übergewichtige Kinder leiden häufiger an Asthma. Auch ein gesunder BMI der Mutter vor der Schwangerschaft wirkt vorbeugend.
Schützen Sie Ihr Kind durch die empfohlenen Impfungen.
Extra ein Haustier anschaffen sollten Sie nicht. Aber tatsächlich hat sich gezeigt, dass das Zusammenleben mit einem Hund in den ersten drei Lebensjahren das Risiko für eine Allergie oder Asthma reduziert. Auf die Anschaffung einer Katze sollten Sie allerdings verzichten, wenn in Ihrer Familie ein erhöhtes Allergierisiko besteht.
Achten Sie auf ein gutes Raumklima und schützen Sie Ihr Kind in geschlossenen Räumen vor Schimmel und Milben wegen zu hoher Feuchtigkeit oder Raumtemperatur.
Vermeiden Sie Schadstoffe in Möbeln und Wandfarben im Kinderzimmer sowie in Textilien. Baby- und Kinderkleidung sollten Sie vor dem ersten Gebrauch zwingend waschen.
Versuchen Sie Ihr Kind so wenig wie möglich den Emissionen von Autos und anderen motorisierten Fahrzeugen auszusetzen.
Aufwachsen auf dem Bauernhof schützt vor Allergien. Ein gelegentlicher Besuch auf dem Bauernhof hat allerdings keinen prophylaktischen Effekt.
Was auch bei Allergierisiko erlaubt ist
Viele Empfehlungen, die der Vorbeugung von Allergien dienen, sind veraltet. Da sie jahrelang gültig waren, haben sie sich aber in unseren Köpfen festgesetzt.
Bereits in der Schwangerschaft auf gewisse Nahrungsmittel zur verzichten, ist nicht nötig. Wenn bei der Mutter keine Nahrungsmittelallergie bekannt ist, darf sie essen, was ihr und dem Baby guttut. Es ist nicht erwiesen, dass mit dem Vermeiden von potenziell allergieauslösenden Nahrungsmittel wie zum Beispiel Milch, Eier oder Nüsse, eine Allergie beim Baby vermieden werden kann.
Nach neusten Erkenntnissen ist nicht erwiesen, dass ein gestilltes Kind weniger Allergien entwickelt. Nichtsdestotrotz ist Muttermilch die optimale Ernährung für Babys und es wird empfohlen, ein Kind für 6 Monate ausschliesslich zu stillen.
Hypoallergene Säuglingsnahrung eignet sich nur für Babys, die tatsächlich eine Allergie haben.
Auch bei Babys, die familiär bedingt ein erhöhtes Allergierisiko haben, können Sie ab dem 5. Lebensmonat mit der Beikost beginnen. Dabei müssen Sie nicht auf potenziell allergieauslösende Nahrungsmittel verzichten. Es hat sich gezeigt, dass sogar präventiv wirkt, wenn Babys schon früh solche Lebensmittel essen. Eine Ausnahme bilden aber Kinder mit einem schweren Ekzem: Bei ihnen sollte vor der Einführung der Beikost diagnostiziert werden, worauf sie möglicherweise allergisch reagieren.
Für diverse ergänzende Nährstoffe wie Prä- oder Probiotika, Vitamin D, andere Vitamine oder Omega-3-Fettsäuren existieren keine so deutlichen Ergebnisse eines positiven Effekts auf die Allergieprävention, dass sie empfohlen werden könnten.
Regelmässiges Eincremen verhindert nicht die Entwicklung einer atopischen Dermatitis. Eine gute Hautpflege wird für alle Kinder empfohlen.
Vor Schwimmbadbesuchen mit Chlor wird nicht abgeraten.
Durch Antibiotikagabe in der Schwangerschaft oder im Kleinkindalter steigt das Allergierisiko. In bestimmten Fällen ist eine Antibiotikagabe aber notwendig.
Eine vaginale Geburt senkt das Asthmarisiko.