Ich ar­bei­te an ei­ner neu­en Stel­le und bin schwan­ger. Kann mir wäh­rend der Pro­be­zeit aus die­sem Grund ge­kün­digt wer­den?

Ja. Der zeit­li­che Kün­di­gungs­schutz für schwan­ge­re Ar­beit­neh­me­rin­nen, wie er in Art. 336c OR ge­re­gelt ist, gilt erst nach be­stan­de­ner Pro­be­zeit.

Ist nichts an­de­res schrift­lich ver­ab­re­det, gilt der ers­te Mo­nat ei­nes neu­en (un­be­fris­te­ten) Ar­beits­ver­hält­nis­ses als Pro­be­zeit (Art. 335b, Abs. 1 OR). Durch schrift­li­che Ab­re­de, Nor­mal- oder Ge­samt­ar­beits­ver­trag kön­nen ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­run­gen ge­trof­fen wer­den; die Pro­be­zeit darf je­doch höchs­tens auf drei Mo­na­te ver­län­gert wer­den (Art 335b, Abs. 2 OR).

Eine Ver­län­ge­rung der Pro­be­zeit kommt zum Tra­gen, wenn Krank­heit, Un­fall oder Er­fül­lung ei­ner nicht frei­wil­lig über­nom­me­nen ge­setz­li­chen Ver­pflich­tung eine ef­fek­ti­ve Ver­kür­zung er­gibt (Art. 335b, Abs. 3 OR). So ver­län­gert sich z.B. die Pro­be­zeit dem­ge­mäss bei ei­ner ein­wö­chi­gen Ar­beits­un­fä­hig­keit we­gen Krank­heit um eine Wo­che. Ein Ar­beits­aus­fall we­gen Schwan­ger­schaft oder Nie­der­kunft führt nicht zu ei­ner Ver­län­ge­rung der Pro­be­zeit, wenn kei­ne krank­heits­be­ding­te Ar­beits­un­fä­hig­keit vor­liegt.

Wich­tig da­bei ist, dass der Kün­di­gungs­schutz nur bei ei­nem un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis zum Tra­gen kommt. Wur­de vor­gäng­lich eine be­stimm­te Dau­er des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ab­ge­macht, d.h. ein so­ge­nannt be­fris­te­tes Ar­beits­ver­hält­nis ver­ein­bart, so en­det das Ar­beits­ver­hält­nis – ohne Kün­di­gung – mit dem Ab­lauf der Ver­trags­dau­er. So­mit fin­den auch in die­sem Spe­zi­al­fall die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über den Kün­di­gungs­schutz kei­ne An­wen­dung.

Letzte Aktualisierung: 21.05.2018, PvE / NK

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