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                              Ernährung von Frühgeborenen

                              Wie die zu früh geborenen Kinder ernährt werden, wenn sie noch nicht kräftig genug saugen können und wie sie das Stillen erlernen.

                              Frühgeborenes im Incubator
                              ©
                              GettyImages

                              Muttermilch und die Nähe beim Stillen sind optimal für die Ernährung eines Babys. Für Frühgeborene ganz besonders.

                              Darum ist Muttermilch für Frühgeborene so wichtig


                              Die Milch, welche die Mutter eines zu früh geborenen Babys in den ersten vier Wochen produziert, unterscheidet sich in der Zusammensetzung von derjenigen von Müttern, welche ihr Kind termingerecht geboren haben. Die Muttermilch, die Frühgeborene bekommen, passt sich automatisch den besonderen Bedürfnissen an. So enthält diese Milch unter anderem mehr Proteine und Antikörper. Vor allem das Kolostrum, die erste Milch, die nach der Geburt produziert wird, ist reich an Proteinen, Enzymen, Vitaminen, Mineralien, Wachstumsfaktoren, Aminosäuren und von der Mutter gebildeten Antikörpern. Gerade für Frühgeborene ist jeder Tropfen des Kolostrums sehr wichtig. 

                              Bei Frühgeborenen sind die Organe und das Immunsystem noch unreif und Komplikationen kommen häufiger vor. Die Muttermilch reduziert durch ihre wichtigen Inhaltsstoffe das Komplikationsrisiko und kann im Grunde genommen als Therapie betrachtet werden.

                              So profitieren zu frühgeborene Kinder durch die Ernährung mit Muttermilch:

                              • Sie sind besser vor Infektionen geschützt.

                              • Sie können die Muttermilch leichter verdauen und die Nährstoffe besser aufnehmen, weil die Darmreifung schneller voranschreitet.

                              • Die geistige Entwicklung profitiert von der Muttermilch.

                              • Durch das Stillen entsteht eine enge Mutter-Kind-Beziehung.

                              Ernährung mit Muttermilch über die Sonde


                              Frühgeborene sind, je nachdem, in welcher Schwangerschaftswoche sie geboren wurden, zu schwach, um an der Brust zu saugen. Die Muttermilch wird ihnen deshalb über eine Sonde, welche über die Nase oder den Mund direkt in den Magen des Kindes führt, verabreicht. Die Muttermilch kann nach einer Anleitung auch von den Eltern verabreicht werden.

                              Dies bedeutet, dass Mütter von Frühgeborenen Muttermilch abpumpen. Idealerweise erfolgt das erste Abpumpen bereits wenige Stunden nach der Geburt, damit das Kolostrum gewonnen werden kann und die Milchbildung angeregt wird.

                              Sehr frühe Frühgeborene brauchen trotz der den Bedürfnissen angepassten Muttermilch eine erhöhte Nährstoffzufuhr, weshalb die Muttermilch in vielen Fällen zusätzlich angereichert wird. 

                              Kann oder möchte die Mutter eines Frühgeborenen nicht stillen oder gewinnt sie beim Abpumpen zu wenig Milch, kann das Kind mit gespendeter Muttermilch ernährt werden. Diese Milch stammt von ausgewählten stillenden Müttern, die mehr Milch produzieren, als ihr eigenes Kind braucht. Diese Milch wird auf Keime untersucht und dem Frühgeborenen nur pasteurisiert verabreicht.

                              Ab wann können Frühgeborene gestillt werden?


                              Wann die ersten Stillversuche unternommen werden können, hängt davon ab, wann der Gesundheitszustand des Babys es zulässt. Zwar gilt der Saug- und Schluckreflex ab der 32. Schwangerschaftswoche als ausgereift, dieser Zeitpunkt bedeutet aber nicht, dass das Stillen erst dann klappt. 

                              Auch wenn das Baby noch nicht saugen kann: Ein erster Kontakt mit der Brust, an der es riechen oder lecken kann, ist zum Beispiel möglich, wenn es während der Känguru-Zeit bei der Mutter auf der Brust liegt. Nur schon das leichte Saugen an der Brust, ohne dass es dabei von der Muttermilch etwas abbekommen würde, hat viele positive Effekte auf das Frühgeborene.

                              Um das Kind auf das Saugen an der Brust vorzubereiten, wird auf der Neonatologie oft die Muttermilch über die Sonde verabreicht, während das Kind zwar an der Brust liegt, aber noch zu wenig Kraft aufbringt, um wirklich gestillt zu werden. Auf diese Weise merkt das Baby, dass es satt wird, wenn es an der Brust saugt.

                              Ernährung von Frühgeborenen mit dem Schoppen


                              Wenn das Frühgeborene nicht gestillt werden kann oder die Mutter nicht stillen möchte, wird es mit dem Schoppen gefüttert, sobald es genügend Energie dafür hat, wach genug ist und weitere medizinische Kriterien erfüllt sind. 

                              Letzte Aktualisierung: 28.06.2024, KM